Hier finden Sie einen Auszug der am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Krebs und Angehörige.
Wollen Sie mehr zu diesem Thema wissen? Informieren Sie sich ausführlich in unserer Broschüre: "100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Krebs"
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Das ist eine essentielle Frage im Zuge einer Krebsdiagnose und kann nicht generell beantwortet werden. Es hängt sehr stark von der Persönlichkeit des (r) Erkrankten ab, ob und inwieweit er/sie bereit ist, die Wahrheit anzunehmen.
Viele PatientInnen wollen in der Anfangsphase das volle Ausmaß nicht wissen. Diese Verleugnung geschieht oft aus Selbstschutz, denn der/die PatientIn braucht zur Bewältigung der bevorstehenden Operation oder Therapie sehr viel Kraft.
Sie sollten dem/der Erkrankten die Diagnose nicht aufzwingen. Eine beschwichtigende Unehrlichkeit wird jedoch von dem/der PatientIn als solche erspürt und er/sie fühlt sich alleingelassen.
In der Regel ist es nicht angebracht, falsche Fröhlichkeit oder übertriebenen Optimismus auszustrahlen. Das kann den(r) PatientenIn hemmen, seine Angst und Furcht zu zeigen. Solche Beschönigungen nehmen die Realität des Erkrankten nicht ernst.
Die richtige Verhaltensweise zu finden, ist für Angehörige oft sehr schwierig - es erfordert viel Einfühlungsvermögen, zumal PatientInnen völlig unterschiedlich auf die Krankheit reagieren. Persönliche Veranlagung, Charaktereigenschaften und die Krankheitssituation bestimmen das Verhalten rund um die Krankheit und variieren von Fall zu Fall. Ein Patentrezept für Freunde und Angehörige gibt es nicht.
Die richtigen Worte zu finden, ist oft schwierig. Meist ist es eine Gratwanderung zwischen der Akzeptanz der Realität mit all ihren möglichen Konsequenzen und der Vermittlung von Hoffnung und Zuversicht.
Dennoch gibt es einige allgemeingültige Verhaltensweisen, die von den meisten PatientInnen als Untersützung empfunden werden:
Zuneigung und Zuwendung, Anteilnahme und Respekt können ganz unterschiedlich zum Ausdruck gebracht werden: durch Gesten, Handlungen und Gespräche. Offene Gespräche bieten die besondere Chance, Belastendes wie auch Schönes miteinander zu teilen und dadurch eine stützende Nähe herzustellen.
Angehörige sind oft emotional mit der neuen Situation überfordert, stehen sie doch selber in einem ständigen Kampf gegen Hilflosigkeit, Wut, Trauer und Ohnmacht bis hin zu Schuldgefühlen. Oft scheuen sich Angehörige, ihre eigenen Gefühle den PatientInnen gegenüber zu zeigen, da sie diese nicht noch zusätzlich belasten möchten.
Hinzu kommt, dass Angehörige nunmehr auch oft Aufgaben des(r) Kranken übernehmen und mitunter auch mit finanziellen Engpässen kämpfen müssen. Angehörige sind also häufig einer extremen psychischen Belastung ausgesetzt.
Daher ist es wichtig, dass sie sich immer wieder Ruhephasen gönnen, sich zwischendurch immer wieder eine kurze "Auszeit" nehmen, um Kraft zu tanken. Scheuen Sie sich nicht, selber Hilfe in Anspruch zu nehmen, sei es bei Freunden, sei es in Form professioneller Unterstützung.
Suchen Sie einen Ausgleich neben der Krankenpflege, denn es gibt auch ein ein "Leben da draußen". Versuchen Sie, Ruhe zu finden, abzuschalten und neue Kraft zu tanken. Treffen Sie Freunde oder machen Sie Spaziergänge. Lassen Sie sich nicht durch allfällige Schuldgefühle verunsichern, Sie haben ein Recht auf ein Leben neben der Krankheit.
Oft scheuen sich Familien, in denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist, Kindern die Wahrheit zu sagen, um ihnen Leid, Trauer und Sorgen zu ersparen.
Tatsächlich jedoch haben die meisten Kinder ein ausgeprägtes Empfinden für veränderte Situationen. Sie erleben die Bedrohung, ohne eine Erklärung dafür zu haben. Wenn sie dann im Unklaren gelassen oder mit Beschwichtigungen abgespeist werden, fühlen sie sich im Stich gelassen und verlieren ihr Vertrauen. Gleichzeitig wird ihnen die Möglichkeit genommen, sich aktiv mit der veränderten Situation auseinander zu setzen und, wenn eine Heilung nicht möglich ist, sich angemessen von dem sterbenden Elternteil zu verabschieden.
Daher ist es wichtig, Kinder über die Krankheit aufzuklären und ihnen unterstützend zur Seite zu stehen.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre: Mama/Papa hat Krebs.pdf